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Währungsrisiko → Wechselkurs → Starker Euro - schwacher Dollar → Währungsrisiko bei Aktienfonds → Währungsrisiko - Schlussfolgerungen
Der Erfolg eines Anlageproduktes (beispielsweise einer Aktie), das in einer fremden Währung “notiert” (= geführt wird), hängt nicht nur von der Entwicklung des Anlageproduktes in dessen Originalwährung, sondern auch von der Entwicklung des Wechselkurses zwischen der Originalwährung und der eigenen Währung des Anlegers ab. Das Währungsrisiko (“Wechselkurs-Risiko”) bezeichnet das Risiko, dass sich der Wechselkurs nachteilig entwickelt.
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Der Dollarkurs (geschrieben oft Euro - Dollar, Euro-Dollar-Kurs oder Euro/Dollar) sagt aus, wie viel Dollar man für einen Euro bekommt:
Am 28.1.2011 betrug der Dollarkurs ca. 1,37 - also bekam man für einen Euro 1,37 US-Dollar: 1 Euro = 1,37 US-Dollar
Am 28.1.026 betrug der Dollarkurs ca. 1,20 - also bekam man für einen Euro 1,20 US-Dollar: 1 Euro = 1,20 US-Dollar
Umgekehrt gibt der Eurokurs (geschrieben oft Dollar - Euro, Dollar-Euro-Kurs oder Dollar/Euro) an, wie viel Euro man für einen Dollar bekommt:
Am 28.1.2011 betrug der Eurokurs ca. 0,73 - also bekam man für einen US-Dollar 0,73 Euro: 1 US-Dollar = 0,73 Euro
Am 28.1.2026 betrug der Eurokurs ca. 0,83 - also bekam man für einen US-Dollar 0,83 Euro: 1 US-Dollar = 0,83 Euro
Der Dollarkurs verhält sich zum Eurokurs reziprok: 1 : Dollarkurs = Eurokurs und 1 : Eurokurs = Dollarkurs
Alle Währungen haben untereinander eine derartige Wechselkurs-Beziehung. Die Verflechtungen aller Währungen untereinander ergeben eine Matrix. Ändert sich ein Glied in der Matrix, hat das Auswirkungen auf alle anderen.
Bewertet wurde der Dollarkurs von 1,37 Euro (2011) als relativ "starker Euro", denn für einen Euro bekam man relativ viel Dollar.
2006 stand der Dollarkurs schon mal bei 1,19 bzw. der Eurokurs bei ca. 0,84 - damals als "relativ schwacher Euro" bewertet (für einen Euro gab es wenig Dollar), während diese Kurse Ende Januar 2026 als "starker Euro - gut für Verbraucher" und "schwacher Dollar - schlecht für Exporteure" eingestuft werden (Tagesspiegel). Die Bewertung hängt also auch vom Verlauf, der sonstigen Situation und dem speziellen Blickwinkel ab.
Anleger, die bei einem schwachen Euro in etwas investieren, das im Original in US-Dollar gehandelt wird, verlieren Geld, wenn sie in einer stärkeren Euro-Phase verkaufen müssen.
Die möglichen Gewinne, die ihre Wertpapiere laut den Börsenkursen in US-Dollar haben, werden durch die Währungsverluste (gestiegener Dollarkurs = gefallener Eurokurs = weniger Euro für einen Dollar) aufgefressen.
Bei Aktienfonds und anderen Investmentfonds spielt zwar in der Regel nicht die Währung, in welcher der Fonds geführt wird, für das Währungsrisiko eine Rolle (außer er würde einen großen Prozentsatz an Liquidität in dieser Währung halten), sondern in welcher Währung die Aktien o. a. notieren, in die das Fondsvermögen investiert wird.
Beispiel 1:
Ein Aktienfonds, der in US-Dollar notiert, investiert 100 % seines Fondsvermögens (100 US-Dollar) in Aktien aus dem Euroraum in Euro. Der Wechselkurs zum Zeitpunkt des Kaufes beträgt 1 Euro = 1 US-Dollar, also bekommt der Fondsverwalter für seine 100 US-Dollar Aktien im Wert von 100 Euro. Das Fondsvermögen ist in 10 Fondsanteile unterteilt. Ein Anleger, der einen Anteil am Fondsvermögen hat, besitzt also einen Fondsanteil von 10 US-Dollar = 10 Euro.
Angenommen, die im Fonds enthaltenen Aktien und deren Preise haben sich nicht verändert, aber der Wechselkurs hat sich halbiert: 0,5 Euro = 1 US-Dollar (oder anders 1 Euro = 2 US-D, “schwächerer Dollar, stärkerer Euro”). Dann enthält der Aktienfonds immer noch die Wertpapiere im Wert von 100 Euro. Doch da der Beispiels-Fonds in US-Dollar notiert, wird das umgerechnet und das Fondsvermögen beträgt jetzt 200 US-Dollar. Der Fondsanteil des Anlegers hätte nun einen Wert von 20 US-Dollar, doch da bei einem Verkauf auf Euro umgerechnet wird, bekommt er für seine 20 US-Dollar nur 10 Euro. Es spielt also keine Rolle, in welcher Währung der Fonds notiert.
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Beispiel 2:
Ein Aktienfonds, der in Euro notiert, investiert 100 % seines Fondsvermögens (100 Euro) in Aktien aus den USA in US-Dollar. Der Wechselkurs zum Zeitpunkt des Kaufes beträgt 1 Euro = 1 US-Dollar, also bekommt der Fondsverwalter für seine 100 Euro Aktien im Wert von 100 US-Dollar. Das Fondsvermögen ist in 10 Fondsanteile unterteilt. Ein Anleger, der einen Anteil am Fondsvermögen hat, besitzt also einen Fondsanteil, der aktuell 10 Euro = 10 US-Dollar wert ist.
Angenommen, die im Fonds enthaltenen Aktien und deren Preise haben sich nicht verändert, aber der Wechselkurs hat sich halbiert: 0,5 Euro = 1 US-Dollar (oder umgerechnet 1 Euro = 2 US-D, “schwächerer Dollar, stärkerer Euro”). Dann enthält der Aktienfonds immer noch die Wertpapiere im Wert von 100 US-Dollar. Doch da der Fonds in Euro notiert, beträgt das Fondsvermögen jetzt 50 Euro. Der Fondsanteil des Anlegers hätte nun einen Wert von 5 Euro. Es ist also wichtig darauf zu schauen, in welche Aktien welcher Währungen der Fonds investiert.
Der Wechselkurs kann sich ständig ändern. Wer Anlageprodukte hat, die in einer Fremdwährung notieren oder im Falle des Aktienfonds in Aktien in einer Fremdwährung investieren, der sollte vor der Kauf-/Verkaufsentscheidung auch die Währungen im Auge haben und sich zu deren Entwicklung eine Meinung bilden.
Oft hat man Wertpapiere, die zwar bei uns in Euro gehandelt werden, jedoch ihre eigentliche Heimat woanders haben, beispielsweise Aktien von US-amerikanischen Aktiengesellschaften (Microsoft, Amazon, ...), welche in Deutschland aber in Euro gehandelt werden. Bei der Bewertung der Entwicklung solcher Aktien, sollte man nicht nur den Kursverlauf in Euro im Auge haben, sondern auch den Wechselkurs und den Kursverlauf ("Performance") in der "Heimatwährung" des Wertpapiers - in US-Dollar.
Ratgeber Börse & Geld
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